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Montag, 28. Februar 2011

Verkehrsunfall in Zusammenarbeit mit dem Rettungsdienst

Das einsatztaktische Vorgehen bei Verkehrsunfällen wird bei der Feuerwehr Lindenberg regelmäßig geübt. An Altfahrzeugen werden die technischen Abläufe einer Rettung trainiert. Wo werden Rettungsschere und Spreizer am besten angesetzt? Welche Reihenfolge führt beim öffnen einer deformierten Fahrgastzelle am schnellsten zum Erfolg?

Wie sehr der Zeitlauf einer Rettung aber von der Versorgung einer eingeklemmten Person beeinflusst wird, lässt sich nur selten realistisch üben. Am vergangenen Montag simulierte die Feuerwehr Lindenberg gemeinsam mit dem Roten Kreuz ein Unfallszenario, bei dem ein Patient durch das Rettungsdienstpersonal fachgerecht versorgt wurde.

Als die ersten Einsatzkräfte in der Kiesgrube die vorbereitete Unfallsituation erreichten, bot sich ihnen folgendes Bild:

Pkw 1 stand quer zur Fahrbahn. In ihm waren zwei Personen eingeklemmt. Pkw 2 lag auf der Seite. Der Fahrer hing im Sicherheitsgurt fest.

Nachdem beide Fahrzeug fachgerecht gesichert und unterbaut waren, wurden die Fahrer beider Unfallfahrzeuge durch Ersthelfer der Feuerwehr betreut. Deren Rettung wurde unter Annahme leichter Verletzungen von der Feuerwehr nach dem erlernten Schema übernommen.

Zur Sicherheit kamen ein Stifneck (Kragen zum Schutz der Halswirbelsäule) und ein Spineboard (spezielles Rettungsbrett für die achsengerechte Rettung zur Schonung der Wirbelsäule) zum Einsatz.

Die Versorgung des Beifahrers in Pkw 1 übernahmen zwei Rettungsassistenten / -sanitäter. Ein Kamerad, der sich als Mime hierfür zur Verfügung stellte, wurde exakt wie ein Trauma-Patient behandelt:

Vitalfunktionen, Bodycheck, EKG anlegen, usw. Sogar eine Infusion legten die Kollegen des Roten Kreuz - wenn die Kanüle auch nur auf der Hand aufgeklebt wurde.

In der Zeit, bis der Patient durch diese Maßnahmen stabilisiert war, konnte die zugeteilte Mannschaft sämtliches Material herrichten und Sicherungsmaßnahmen ergreifen. Dann - auf Kommando des Rettungsdienstes - wurde eine zügige Rettung aus dem Fahrzeug eingeleitet.

Zur möglichst schonenden Befreiung aus dem Wrack wurde das Dach von Pkw 1 entfernt.

Hierzu schnitt die Feuerwehr alle Fahrzeugholme mit der Rettungsschere ab und trennte die Frontscheibe mit einer speziellen Säge im unteren Bereich durch. Nachdem nun eine Rettung über das Fahrzeugheck möglich war, wurde der Patient mit vereinten Kräften behutsam auf das Spineboard gezogen. Ziel dabei war es, den Rumpf des Patienten möglichst wenig zu verdrehen, um Verletzungen im Bereich der Wirbelsäule nicht zu verschlimmern.

Im Anschluss an die Rettung aus dem Fahrzeug brachten die Sanitäter den Verletzten in ihren Rettungswagen.

Nach weiterer kurzer Versorgung vor Ort rückte der Rettungswagen notfallmäßig vom Einsatzort ab. Teil der Übung, denn auch im Ernstfall muss die Feuerwehr darauf achten, Fahrzeuge und technisches Gerät so zu positionieren, dass ein Abrücken des Rettungsdienstes jederzeit möglich ist.

Die trotz Übungssituation vorhandene Anspannung aller Kräfte löste sich. Im Anschluss bot sich die Möglichkeit noch Schnittvarianten und andere Rettungstechniken an beiden Fahrzeugen auszuprobieren.

Insgesamt eine sehr gelungene Übung!

© 2010-2016 Freiwillige Feuerwehr Lindenberg im Allgäu, Hauptstraße 24, 88161 Lindenberg
 Mit freundlicher Unterstützung von EBERL ONLINE, Immenstadt
Letzte Änderung: 07.03.2011 / 12:27 Uhr
Ausgedruckt am 26.05.2019 / 11:21