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Dem "Himmel" ganz nah Feuerwehrangehörige besichtigen die eingerüstete Stadtpfarrkirche

Im Zuge der Renovierungsarbeiten in der Lindenberger Stadtpfarrkirche bot Stadtpfarrer Leander Mikschl den Kameraden der Feuerwehr Lindenberg und deren Angehörigen eine Führung ins Deckengewölbe der Kirche an.

Derzeit füllt ein großes Baugerüst das Gotteshaus. 65 Tonnen Gerüstmaterial wurden im Innenraum der Kirche aufgestellt, um Wände und Deckengewölbe des Hauptschiffs für Reinigungs- und Malerarbeiten zugänglich zu machen.

Am vergangenen Wochenende nutzten 26 Feuerwehrangehörige die seltene Gelegenheit, die Wand- und Deckengemälde aus nächster Nähe in Augenschein zu nehmen.

Leander Mikschl, selbst aktiver Feuerwehrmann, führte die Gruppe zum höchsten Punkt des Kirchenschiffs in 19 Meter Höhe. Der Aufstieg erfolgte wahlweise über einen Gerüstturm in der Mitte der Kirche oder über die Orgelempore. Oben angekommen, boten sich recht ungewohnte Ansichten ...

Etwas Kirchengeschichte ...

Gebaut wurde die Kirche zwischen 1912 und 1914. Aus finanziellen Gründen zierten das Innere aber zunächst keine Bilder. Erst in den Jahren 1960/1961 fertigte der Kunstmaler Paul Keck im Zuge von Renovierungsarbeiten die heutigen Gemälde an. Sie zeigen Ausschnitte aus dem Wirken der Apostel Petrus und Paulus.

... und die Besonderheiten

Initiator für die Innendekoration war damals Wollwarenfabrikant Josef Spieler. Er organisierte die Finanzierung der Renovierungsarbeiten in Höhe von 160.000 DM. Ihm zu Ehren wollte der Maler ein Bildnis Spielers mit in das Gemälde aufnehmen. Da Josef Spieler nach Aussage von Stadtpfarrer Mikschl "nicht den Lebensstil pflegte, den man im allgemeinen braucht, um in einer Kirche verewigt zu werden", soll Spielers Frau sehr dagegen gewesen sein.

Keck tat es trotzdem und wendete dabei einen kleinen Trick an:
Über das Gesicht von Josef Spieler malte er mit wasserlöslicher Farbe einen Bart und stärkere Augenbrauen. Unterhalb verewigte er handschriftliche Notizen, wie diese "Maske" in Zukunft weggewaschen werden kann.

Nur unweit von dieser Stelle entfernt findet sich ein Selbstbildnis des Künstlers. Auch hier hinterließ er ein paar Zeilen, die vom Boden des Kirchenschiffes nicht erkennbar sind.

 

Verzerrte Blicke

Natürlich hatte Keck bei den Proportionen der abgebildeten Personen die Wölbung der überspannten Decke berücksichtigt. Bei Betrachtung von unten erscheinen sie natürlich und ausgeglichen. Die Besuchergruppe am obersten Punkt des Gerüstes nahm die Proportionsverschiebungen aus einer äußerst ungewöhnlichen Perspektive wahr. Alles wirkte seltsam verzerrt.

Weiter führte die Besichtigungstour zu dem Gewölbebogen, der das Hauptschiff vom Altarraum trennt. Die dort eingebaute Uhr konnten die Kameraden aus nächster Näher betrachten. Interessant war auch der Blick, der sich von hier in die Apsis bot.

Nachdem jeder noch abschließend einen Blick auf die abgebildeten Bischöfe in dieser "Etage" werfen konnte, ging es wieder nach unten.

Wohl wissend, dass solche Einblicke aus nächster Nähe die nächsten Jahrzehnte nicht mehr möglich sein werden, danken wir unserem Kameraden Mikschl sehr herzlich für diese Führung!

Weitere Impressionen

© 2010-2016 Freiwillige Feuerwehr Lindenberg im Allgäu, Hauptstraße 24, 88161 Lindenberg
 Mit freundlicher Unterstützung von EBERL ONLINE, Immenstadt
Letzte Änderung: 05.04.2011 / 00:00 Uhr
Ausgedruckt am 26.05.2019 / 12:13